Websites wirken zunächst ziemlich immateriell. Tatsächlich liegt aber jede Website auf einem Server – vereinfacht gesagt einem Computer, der rund um die Uhr erreichbar ist und Strom benötigt. Bei jedem Aufruf werden außerdem Daten verarbeitet und durch das Internet bis zum Smartphone oder Computer des Besuchers übertragen. Eine vollkommen emissionsfreie Website gibt es deshalb nicht. Trotzdem kannst du mit relativ wenig Aufwand dafür sorgen, dass sie möglichst klimafreundlich betrieben wird.
Wie nachhaltig ist dein Hoster?
Der erste Blick sollte zum Hosting-Anbieter gehen – also zu dem Unternehmen, auf dessen Server deine Website gespeichert ist. Viele deutsche Hoster betreiben ihre Rechenzentren inzwischen mit Strom aus erneuerbaren Energien oder kompensieren die entstehenden CO₂-Emissionen.
Wie nachhaltig dein Anbieter arbeitet, lässt sich allerdings nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Schau auf seiner Website nach Begriffen wie „Nachhaltigkeit“, „Green Hosting“, „Ökostrom“ oder „CO₂-neutral“. Manche Anbieter kennzeichnen klimafreundliches Hosting auch mit entsprechenden Zertifikaten oder Labels. Findest du keine Informationen, kannst du einfach beim Support nachfragen.
Dabei lohnt sich auch ein Blick darauf, wie konkret die Angaben sind: Wird beispielsweise genannt, dass 100 Prozent erneuerbarer Strom verwendet wird? Werden verbleibende Emissionen kompensiert und wird erklärt, wie das geschieht? Ein konkreter Nachweis ist aussagekräftiger als ein grünes Logo und ein allgemeines Nachhaltigkeitsversprechen.
Einige Hoster tun noch mehr
Beispiele für Hosting mit erneuerbarer Energie gibt es inzwischen einige. All Inkl betreibt seine Rechenzentren nach eigenen Angaben zu 100 Prozent mit Strom aus Wasserkraft, der den Kriterien des TÜV SÜD entspricht. Auch die deutschen Rechenzentren von Hetzner werden mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben.
Manche Unternehmen gehen darüber hinaus. Mittwald erzeugt beispielsweise einen Teil des benötigten Stroms mit einer eigenen Photovoltaikanlage. Das Unternehmen unterstützt außerdem weitere Umweltprojekte: Im Juni 2026 wurden beispielsweise für jedes neu bestellte Hostingprodukt zehn Quadratmeter Wald gepflanzt.
Solche zusätzlichen Maßnahmen sind natürlich schön – wichtiger ist zunächst aber, dass die eigentliche Website möglichst klimafreundlich gehostet wird. Arbeitet dein Anbieter nicht mit erneuerbaren Energien und kompensiert seine Emissionen auch nicht nachvollziehbar, kannst du über einen Hosterwechsel nachdenken.
Brauche ich ein „CO₂-neutrale Website“-Label?
Es gibt Anbieter, bei denen du den CO₂-Ausstoß deiner Website berechnen und kompensieren kannst und dafür anschließend ein entsprechendes Siegel erhältst. Notwendig ist das nicht. Nur weil du für ein „CO₂-neutrale Website“-Label bezahlst, verbraucht deine Website schließlich nicht weniger Energie.
Check deine Website auf Green Hosting
Wenn deine Website bereits nachweislich mit erneuerbarer Energie gehostet wird und du das sichtbar machen möchtest, gibt es auch kostenlose und unabhängige Möglichkeiten. Die Green Web Foundation prüft, ob Websites über einen als „grün“ erfassten Hosting-Anbieter betrieben werden. Für entsprechend erkannte Websites kann ein „Hosted Green“-Badge eingebunden werden.
Sinnvoller als für ein Label zu bezahlen ist es also, zunächst beim Hosting anzusetzen und den tatsächlichen Energiebedarf der Website zu reduzieren. Wenn danach verbleibende Emissionen über seriöse Klimaschutzprojekte kompensiert werden sollen, kann das natürlich ein zusätzlicher Schritt sein. Grundsätzlich gilt aber: Vermeiden und reduzieren ist besser als kompensieren.
Auch die Website selbst kann sparsamer werden
Unabhängig vom Hoster lässt sich auch technisch einiges verbessern. Große Bilder können komprimiert werden, unnötige Skripte und Plugins lassen sich entfernen und ein Cache sorgt dafür, dass häufig aufgerufene Inhalte nicht jedes Mal komplett neu vom Server erzeugt werden müssen. Das reduziert Datenübertragung und Rechenarbeit – und sorgt ganz nebenbei meistens auch für eine schnellere Website.
Dabei musst du nicht selbst wissen, wie Bildkomprimierung oder Caching technisch funktionieren. Wenn eine Agentur oder ein Dienstleister deine Website betreut, kannst du einfach nachfragen, ob die Seite hinsichtlich Ladezeit und Datenmenge bereits sinnvoll optimiert ist.
Unnötige Bots aussperren
Nicht jeder Besucher einer Website ist ein Mensch. Automatisierte Programme – sogenannte Bots – durchsuchen Websites beispielsweise für Suchmaschinen, versuchen aber teilweise auch automatisiert Passwörter zu erraten, Spam zu verschicken oder Sicherheitslücken zu finden.
Eine sinnvoll eingerichtete Firewall kann viele dieser unerwünschten Zugriffe blockieren. Das erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern verhindert auch unnötige Serveranfragen und Datenübertragungen. Erwünschte Bots wie die von Suchmaschinen sollten dabei natürlich weiterhin Zugriff erhalten.
Fazit: Hosting und Website gehören zusammen
Für eine möglichst klimafreundliche Website solltest du deshalb an zwei Stellen ansetzen: Prüfe zunächst, wie dein Hoster mit Energie und unvermeidbaren Emissionen umgeht. Anschließend lohnt es sich, die Website technisch so schlank wie möglich zu halten. Ein kostenpflichtiges grünes Label ist dafür nicht erforderlich.
Du willst zu einem CO₂-neutralen Hoster wechseln?
Wir helfen dir dabei, einen passenden Hoster zu finden und übernehmen auf Wunsch den kompletten Umzug deiner Website, Domains und E-Mail-Postfächer.
Außerdem können wir deine Website technisch optimieren, damit sie weniger Daten überträgt und möglichst wenig Serverleistung benötigt. So wird nicht nur das Hosting nachhaltiger, sondern auch die Website selbst.

